Wenn ich den digitalen Raum verlasse
Über das Loslassen von Instagram und Facebook
Ich bin noch nicht lange aus diesem Raum herausgetreten. Und doch hat sich etwas grundlegend verändert.
Lange Zeit war ich auf Instagram und Facebook unterwegs – habe meine Gedanken geteilt, mich inspirieren lassen und versucht, in Verbindung zu bleiben. Doch irgendwann begann sich etwas zu verschieben.
Es ging immer mehr um schneller, weiter, höher. Aufmerksamkeit war flüchtig, Inhalte wurden überflogen, und auch meine eigenen Texte fanden immer weniger Raum, wirklich gelesen zu werden.
Gleichzeitig zog mich diese Welt immer tiefer hinein.
Ein endloser Strom aus Eindrücken, aus schönen Bildern, aus scheinbar perfekten Momenten. Und natürlich wollte ich auch geben – lesen, unterstützen, liken, teilen.
Doch etwas anderes wurde mir immer klarer:
Ich war zwar im Leben, aber selten ganz ohne Ablenkung.
Das Smartphone war fast immer bei mir.
Und wenn es einmal nicht da war, entstand eine Unruhe – fast wie ein Gefühl von Verlust.
Es fühlte sich an, als hätte ich die Kontrolle ein Stück weit abgegeben.
Als würde ich durch etwas geführt werden, das mich bindet, beschäftigt und gleichzeitig von mir selbst entfernt.
Diese schillernden, bunten Eindrücke – so anziehend sie sind – haben oft wenig mit dem zu tun, was wirklich ist.
Der Moment, in dem ich das erkannt habe, war ehrlich gesagt erschreckend.
Mir wurde bewusst, wie tief ich bereits in diesem System steckte. Wie sehr ich mich an das Scrollen gewöhnt hatte. An diese kleinen, schnellen Dopaminkicks.
Und gleichzeitig wurde mir klar:
Ich möchte das so nicht mehr.
Der Schritt, mich davon zu lösen, war alles andere als leicht.
Dieses bewusste Loslassen war mit Ängsten verbunden – und mit einem starken Gefühl von Verlust. Es hat mich Überwindung gekostet, diesen Raum hinter mir zu lassen.
Doch genau darin lag auch etwas Wesentliches.
Ein Zurücknehmen meiner Aufmerksamkeit.
Ein Wieder-Zurückkommen zu mir selbst.
Seitdem entsteht langsam etwas Neues.
Mehr Ruhe. Mehr Klarheit. Mehr echtes Erleben.
Und vielleicht beginnt genau dort, wo sich etwas wie Verlust anfühlt, ein neuer Raum – in dem du dir selbst wieder näher kommst.
In Verbundenheit - Nadura