**Isa – Ruf des gefrorenen Atems**



Ich stehe im Kreis der Erde.
Unter mir ruht der gefrorene Boden,
über mir spannt sich der bleiche Himmel.
Der Wald hält den Atem an.

Ich rufe den Norden.
Ich rufe den Wind, der nicht drängt.
Ich rufe den Frost, der bewahrt.

Isa tritt aus dem Eis.
Ein einziger, aufrechter Strich,
geboren aus Schnee, Stein und Zeit.

Höre mich, alter Wald.
Höre mich, gefrorenes Wasser in Wurzel und Bach.
Höre mich, Winterlicht zwischen kahlen Zweigen.

Alles, was zu viel ist, erstarrt.
Alles, was zerstreut ist, sammelt sich.
Alles, was lügt, zerbricht im Frost.

Isa bindet das Chaos.
Isa hält den Augenblick fest.
Isa legt ihre kalte Hand auf mein Feuer
und macht es klar.

Ich spüre das Eis in meinem Atem.
Ich spüre die Stille in meinen Knochen.
Ich spüre die Grenze, die mich schützt.

Kein Schritt vorwärts.
Kein Schritt zurück.
Nur der Stand im Jetzt.

Mutter Erde trägt mich.
Vater Himmel schweigt mit mir.
Die Ahnen stehen still und sehen.

Ich bin wie der zugefrorene See:
unter der Oberfläche tief,
unter der Stille lebendig.

Isa, halte mich.
Isa, kläre mich.
Isa, lehre mich die Kraft des Nicht-Tuns.

Ich danke dem Frost.
Ich danke dem Wald.
Ich danke der Stille.


So steht Isa.
So stehe ich.