🌙 Inneres Bild · *Die Höhle der Bärin Bjarka*
Sie betrat die Höhle.
Nicht zögernd.
Nicht suchend.
Als hätte der Körper längst entschieden,
wohin er gehören wollte.
Der Stein um sie herum
hielt die Stille fest.
Der Sturm blieb draußen.
Und mit ihm
alles Müssen.
Drinnen ruhte die Bärin **Bjarka**.
Groß.
Warm.
Schwer vom Schlaf.
Ihr Atem ging ruhig und tief,
und wiegte alles in ihr
in ein sanftes
Nichts-müssen.
Die Bärin öffnete die Augen nicht.
Sie musste es nicht.
Sie wusste,
wer kam.
Yrsa trat näher.
Langsam.
Ohne Angst.
Ein Vertrauen führte sie,
das nicht gedacht war,
sondern gewachsen.
Sie setzte sich an die warme Flanke,
lehnte sich an das Leben,
das nicht wach sein musste,
um zu tragen.
Der Körper ließ los.
Schicht um Schicht.
Der Atem fand seinen eigenen Rhythmus.
Der Geist durfte schweigen.
Hier gab es nichts zu klären.
Nichts zu ordnen.
Nichts festzuhalten.
Der Schlaf kam.
Nicht als Flucht,
sondern als Rückkehr.
Und während draußen
der Winter noch anhielt,
blieb sie
getragen.
Sie schlief und träumte,
leise eingehüllt
in das, was war
und das, was werden wollte —
ein warmer Atem
unter der kalten Zeit.
Und so entfaltet sich Bjarkas Weisheit:
**Wenn du aufhörst zu halten, beginnt das Getragensein.**