**Der Hüter des Grundes**

Der Wald schwieg,
als es sich zeigte.

Schwarz im Unterholz,
getragen von einer Ruhe,
die älter war als Angst.

Das Wildschwein trat nicht hervor.
Es **war** einfach da.

In seinem Blick lag Erde.
In seiner Brust der Atem von Zeiten,
die nicht vergangen waren.

Yrsa spürte es sofort:
Hier begegnete sie keinem Fremden.

Hier stand einer,
der sie kannte,
lange bevor sie begonnen hatte,
sich selbst zu suchen.

Willfriðar.

Nicht als Erinnerung im Kopf –
als Gewissheit im Körper.

Mit seinem Erscheinen veränderte sich der Raum.
Der Boden unter ihren Füßen wurde tragend.
Die Unruhe verlor ihre Macht.

Wo Zweifel gewesen war,
wuchs Richtung.

Das Tier kam näher.
Nicht hastig.
Nicht fordernd.

Es führte,
indem es ging.

Zwischen ihnen brauchte es keine Worte.
Etwas Uraltes hatte die Führung übernommen –
eine Treue,
die tiefer reichte als jede Entscheidung.

Und während sie ihm folgte,
geschah das Leiseste und Größte zugleich:

Sie erkannte,
dass sie nicht begleitet wurde.

Sie erinnerte sich.

Der Mut vor ihr,
der Schutz neben ihr,
die Entschlossenheit im Schritt –

es war ihr eigenes Herz,
das in dieser Gestalt
zu ihr zurückgekehrt war.

Nicht, um sie zu verändern.

Sondern um sie
heimzuholen.

**Erlaubst du deiner Kraft, dich zu führen?**