Über das Lösen von Glaubenssätzen auf einer tieferen Ebene
Einen Glaubenssatz zu erkennen, ist oft nur der erste Schritt. Was danach folgt, ist etwas Leiseres. Etwas, das sich nicht sofort zeigt.
Denn es geht nicht darum, ihn direkt zu verändern oder „wegzumachen“. Sondern darum, ihm zu begegnen.
Wenn sich ein alter Impuls zeigt – dieses Gefühl, reagieren zu müssen, etwas richtig zu machen oder Erwartungen zu erfüllen – dann ist genau dieser innere Druck plötzlich wieder da. Und genau in diesem Moment habe ich begonnen, etwas anders zu machen.
Ich halte nicht sofort dagegen. Ich versuche nicht, ihn zu lösen. Ich bleibe. Ich nehme wahr, was da ist. Das Gefühl, den Druck, die Bewegung in mir. Ohne es sofort verändern zu wollen.
Und manchmal ist genau das nicht leicht. Manchmal ist der Impuls so stark, dass alles in mir reagieren will – zurück in das Vertraute, in das, was ich kenne. Und genau dort wird es spürbar. Nicht als Gedanke, sondern im Körper. Als Druck, als Enge, als etwas, das sich bewegen will.
Und früher hätte ich genau dort nachgegeben. Heute bleibe ich einen Moment länger.
Doch oft wird dabei noch etwas anderes spürbar. Etwas, das tiefer liegt.
Denn viele dieser Glaubenssätze sind nicht nur Gedanken. Sie sind verbunden mit Emotionen, die sich über lange Zeit in uns gespeichert haben. Gefühle, die vielleicht nie ganz gefühlt wurden.
Und genau diese Emotionen halten den Glaubenssatz oft an seinem Platz.
Dann geht es nicht mehr nur darum, den Gedanken zu erkennen. Sondern darum, hinzuspüren.
Was liegt darunter?
Was zeigt sich, wenn ich nicht ausweiche?
Manchmal ist es Traurigkeit.
Manchmal Angst.
Manchmal ein Gefühl von Enge oder Druck.
Und nicht immer lässt sich das sofort lösen.
Doch indem ich beginne, auch diese Ebene wahrzunehmen, verändert sich etwas.
Ich muss es nicht wegmachen. Ich muss es nicht sofort verstehen. Aber ich kann da sein. Mit dem, was sich zeigt.
Und genau darin entsteht ein neuer Raum. Ein Raum zwischen dem, was in mir wirkt, und dem, wie ich damit umgehe.
Ich kann mich entscheiden. Nicht gegen den Glaubenssatz, sondern für mich. Vielleicht antworte ich später. Vielleicht lasse ich etwas stehen. Vielleicht handle ich anders, als ich es früher getan hätte.
Nicht perfekt. Nicht immer gleich. Aber bewusster.
Und mit jeder dieser Erfahrungen beginnt sich etwas zu verändern. Nicht, weil ich den Glaubenssatz direkt auflöse, sondern weil ich ihm nicht mehr automatisch folge.
Und vielleicht liegt genau darin der eigentliche Wandel: nicht im schnellen Lösen, sondern im bewussten Dasein mit dem, was sich zeigt – und in den kleinen, neuen Entscheidungen, die daraus entstehen.
Was zeigt sich in dir, wenn du beginnst, nicht sofort etwas verändern zu wollen?
In Verbundenheit – Nadura
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