Über ein Leben, das sich von innen heraus verändert
Ich merke, dass Entscheidungen klarer werden. Nicht schneller, aber eindeutiger. Da ist weniger inneres Abwägen, weniger Hin und Her. Ich spüre schneller, was für mich stimmig ist – und was nicht.
Und manchmal bedeutet das, Dinge anders zu machen, als ich es früher getan hätte. Leiser. Oder klarer. Manchmal auch gar nicht. Nicht zu reagieren, nicht zu erklären, einfach bei mir zu bleiben.
Doch was bedeutet Wahrhaftigkeit überhaupt?
Ich habe lange geglaubt, wahrhaftig zu sein. Habe gedacht, ich sei bei mir, handle aus mir heraus. Und doch habe ich mit der Zeit erkannt, dass auch darin Illusionen liegen können. Dass wir uns selbst etwas vorgaukeln können, ohne es zu merken.
Denn nicht alles, was sich stimmig anfühlt, ist frei von alten Mustern. Manches ist vertraut. Gelernt. Tief verankert. Und fühlt sich gerade deshalb „richtig“ an.
Wahrhaftigkeit zeigt sich für mich heute anders. Leiser. Klarer. Unbequemer.
Und manchmal erschreckt sie mich auch.
Weil sie nicht immer zu dem passt, wie ich gerne wäre.
Nicht immer zu dem, wie ich mich selbst sehen möchte.
Und auch nicht zu den Vorstellungen, die ich von mir habe.
Sie zeigt sich dort, wo ich ehrlich hinsehe. Wo ich mich nicht mehr übergehe. Wo ich bereit bin, auch das wahrzunehmen, was ich vielleicht lange nicht sehen wollte.
Das ist nicht immer leicht. Denn meine Wahrhaftigkeit passt nicht immer zu Erwartungen – weder zu meinen eigenen noch zu denen anderer, und auch nicht zu dem, was andere von mir kennen. Und manchmal bedeutet es auch, auszuhalten, nicht verstanden zu werden.
Und doch ist meine Wahrhaftigkeit da. Still. Und gleichzeitig sehr klar. Und je öfter ich ihr folge, desto ruhiger wird es in mir. Nicht, weil alles im Außen einfach ist, sondern weil ich mich selbst nicht mehr übergehe.
Ich muss weniger erklären, weniger rechtfertigen. Ich weiß einfach. Und selbst wenn Zweifel auftauchen, bleibt darunter etwas Stabileres – eine Form von Vertrauen. Nicht in das Außen, sondern in mich.
Und vielleicht ist es genau das, was sich wirklich verändert: Dass ich beginne, mir selbst wirklich zu glauben – jenseits von dem, was ich lange für wahr gehalten habe.
In Verbundenheit – Nadura
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