Was sich zeigt, wenn ich mein Smartphone wirklich weglege
Mit etwas Abstand wurde mir bewusst, dass es nicht nur um soziale Medien ging.
Sondern um etwas, das viel tiefer reicht.
Das Smartphone war auch außerhalb dieser Plattformen immer ein Teil meines Alltags.
Ich hatte es dabei – fast überall.
Auch in der Natur.
Ich habe Momente eingefangen, Bilder gemacht, besondere Augenblicke festgehalten.
Und ja – es sind wundervolle Aufnahmen entstanden.
Aber heute sehe ich auch etwas anderes.
Ich war in diesen Momenten nie ganz frei von einem leisen inneren Abstand.
Ein Teil meiner Aufmerksamkeit war immer bei dem Gedanken, etwas festhalten zu wollen.
Ein Bild zu machen.
Einen Moment einzufangen.
Und so leise das auch war – es war da.
Ich hätte damals nicht gesagt, dass mich das stört.
Ich hatte das Gefühl, bewusst zu sein.
Ich war in der Natur, in der Stille, verbunden mit dem, was mich umgibt.
Und doch gab es eine feine Ebene, die ich nicht vollständig wahrgenommen habe.
Dabei war mir diese Form der Wahrnehmung nicht fremd.
Schon lange bevor das Smartphone Teil meines Alltags wurde, konnte ich sehr fein wahrnehmen.
Der Kontakt zu dem, was zwischen den Welten liegt, war für mich selbstverständlich.
Die Kommunikation mit Tier und Natur floss leichter.
Eindrücke kamen klar – in Bildern, Worten und Gefühlen.
Mit der Zeit hat sich das verändert.
Nicht plötzlich.
Nicht so, dass ich es direkt benennen konnte.
Es wurde eher leiser.
Zäher.
Und ich habe das lange nicht mit der Technologie in Verbindung gebracht.
Erst jetzt, wo ich begonnen habe, wirklich Abstand zu schaffen, wird mir dieser Unterschied bewusst.
Es ist, als würde sich etwas wieder öffnen.
Die Wahrnehmung wird wieder klarer.
Die Verbindung wieder unmittelbarer.
Botschaften zeigen sich wieder deutlicher –
in Bildern, in Worten, im Gefühl.
Und auch die Natur selbst fühlt sich anders an.
Näher.
Lebendiger.
Es ist, als würde sie direkter antworten.
Als wäre nichts mehr dazwischen.
Ich habe lange geglaubt, dass mich das Smartphone in meiner Wahrnehmung nicht beeinflusst.
Doch heute spüre ich den Unterschied.
Selbst dann, wenn es ausgeschaltet ist.
Selbst im Flugmodus.
Es ist nicht nur das, was wir bewusst tun.
Sondern auch das, was wir ständig bei uns tragen.
Diese Technologie ist dauerhaft Teil unseres Feldes geworden.
Und oft merken wir gar nicht, wie sehr sie uns beeinflusst.
Nicht laut.
Nicht offensichtlich.
Sondern leise.
Und genau deshalb so tief.
Ich glaube, es geht nicht nur darum, weniger soziale Medien zu nutzen.
Sondern darum, wieder bewusst zu wählen, wann wir wirklich verbunden sind –
und wann etwas zwischen uns und dem Moment steht.
Die Natur braucht kein Gerät, um sich zu zeigen.
Sie ist da.
Und vielleicht ist genau das die eigentliche Einladung:
Nicht alles festhalten zu wollen.
Nicht alles einzufangen.
Und nicht immer erreichbar zu sein.
Sondern einfach da zu sein.
In dem Moment, der sich gerade zeigt.
Ohne Abstand.
Ohne Filter.
Ohne etwas dazwischen.
In Verbundenheit – Nadura
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